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Ein Dorf und eine Gemeinde entstehen

Am Ende des II. Weltkrieges wurden über 12 Millionen Menschen aus den deutschen Ostgebieten durch Flucht und Vertreibung heimatlos. Über 2 Millionen Zivilisten überlebten die Vertreibung nicht. Wie in vielen anderen Orten trafen auch in der Schwalm Flüchtlinge und Heimatvertriebene ein. Nach einer Zwangsunterbringung bei Gastfamilien wurde im Herbst 1948 das ehemaligen Kriegsgefangenenlager STALAG IX A Ziegenhain zur Besiedlung freigegeben.

Das Lager wurde zur Siedlung und zur neuen Heimat für Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus Schlesien, Pommern, Ost- und Westpreußen und dem Sudetenland. Pfarrer Reinhard Mrasek wurde mit der Einrichtung einer Seelsorgestelle beauftragt. Als ersten Gottesdienst wurde die Christmette 1948 in einer verwahrlosten Baracke gefeiert. Diese Baracke wurde später zur Barackenkirche ausgebaut. 

 

Mit einem Anteil von über 50 % stellten die Katholiken die größte Bevölkerungsgruppe in Trutzhain. Als einziger Ort mit katholischer Bevölkerungsmehrheit unterschied sich Trutzhain von den umliegenden, evangelischen Orten in der Schwalm. Noch heute liegt die Population der Katholiken im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung bei rund 30 %, weit über dem Durchschnitt der umliegenden Städte und Gemeinden. 1951 wird Trutzhain selbständig und damit jüngste hessische Gemeinde.

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