Wallfahrt
Ursprung in Quinau
Die fromme Legende
Über die Entstehung der Wallfahrtskirche zu Quinau berichtet eine fromme Legende, dass ein Hirtenknabe Josef (Zein) an der Stelle, an der später die Kirche errichtet wurde, für seinen Herrn das Vieh hütete. "Einmal fing der sonst fromme Knabe aus Unwillen über das Vieh an zu fluchen. Augenblicklich ertönte aus dem Gebüsch eine Stimme: "Josef, unterlass deinen Zorn, du beleidigst meinen Sohn Jesus!" Erschrocken wandte der Knabe sein Gesicht nach der Richtung, von der die Stimme kam. Da erblickte er in einer Felsennische ein Marienbild. Er fiel auf die Knie und bat um Verzeihung.
Dann baute er aus Steinen und Sträuchern ein Kapellchen um das Marienbild und verrichtete dabei seine Andacht. Er verschwieg längere Zeit sein Erlebnis, bis er krank wurde; während der Krankheit verriet durch sein Seufzen und Reden etwas davon. Man fragte ihn näher aus und nun kam die Sache an den Tag. Er sprach sogleich den Wunsch aus, man möge ihn zu dem Marienbild am Berge hinauftragen. Dies wäre am 4. September 1342 geschehen. Der Bauer, bei dem der Knabe bedienstet war, nahm darauf das Bild von seinem Standort und tat es in ein Behältnis. Doch bald war es aus seinem neuen Aufenthaltsort verschwunden".
Über Jahrhunderte lockte die Wallfahrt die Gläubigen nach Quinau. Sie entwickelte sich zum Treffpunkt des Glaubens im Erzgebirge. Zur Wallfahrtszeit kamen täglich Fußgruppen aus vielen Orten der Umgebung um die Muttergottes zu ehren.
Die Wallfahrt entwickelte sich zum religiösen Volksfest mit Buden, Schaustellern und vielem mehr. Mehr Informationen können Sie auch der nachfolgenden Publikation entnehmen.
Lesen Sie auch:

Quinauer Mariengebet
"Gar viele Stätten sind geweiht, Marien von der Christenheit, wo frommer Sinn aus nah und fern begrüßt die Mutter uns'res Herrn.Doch mit besond'rer Andachtsglut,verehrt der glaubensvolle Mut die Lehre dort,wo Gottes Gnad' durch Wunder sie verherrlicht hat:Maria Quinau, heilig, schön,bleibt Juwel auf Bergeshöh'n;Dich hat die Himmelskönigin, zu fördern frommen Andachtssinn,als Gnadenstätt' sich einst erwählt, wie's fromme Sage uns erzählt.Und tönt von dort der Glocken Klangist's uns, als wär es Engelssang:Wir preisen dann vom Berg zum Tal -Marias Lob viel tausendmal".
K. Karafiat (aus Wallfahrtskirche Quinau, 1925)



